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JO LANGNAU

Schreckhorn

26.08.2017 - 27.08.2017 .............
Leitung: Martin Reber, Matthias Balmer, Sebastian Kitagawa, Jonas Walther
Teilnehmer: Rebekka Walther, Manuel Ramseier, Michel Kipf, Silvan Wüthrich

Samstag, 26. August, Manuel Ramseier:

Am Samstig scho früäch am Morge simer mitem ÖV richtig Grinduwaud. Mir si am Afang zwar nid aui idä glichä Wagons gsi zmingscht aber im glichä Zug. Womer du z'Grinduwaud si acho himer wäge Sunebrüämangu no ä Zwüschestop gmacht. Mitemne chline Abstächer im Dorf himer du o usegfunge dasmer nume so früäch ufe Zug hi müssä das Mätthu gnuä Zit het für der Wäg zfinge. Miter Pfingsteggbahn himernis afang di erste 400 Höhemeter gspart. När simer richtig Bäregg losgschuänät. Ihr Bäregghütte acho himernis afang öbis Znüni gönnt. Tinu isch äs paar Minute speter o ir Bäregghütte itrofe. Narä Diskusion öbmer iz lenger hocke oder s'gäbiger hi bim Lufe, simer de när glich gstartet dasmer nid müässe juflä. Na parne Lünchstops u chli lufe simer de o ir Schreckhornhütte acho. Dert hets de afang grad ä sehr gutä Begrüäsigstrank gä. Nar Turäbesprächig het Silvu bi schöne Naturgrüsch no ä Massage chöne gniässe u dr Räschde het g'häket. Nam Znacht simer de icher ga lige wöumer ja de bis am 2 zit hi gha zum usschlafe.

 

Sonntag, 27. August, Rebekka Walther

1.45 Uhr: Tagwache. 1.55 Uhr: Frühstück. 2.20 Uhr: Abmarsch.

Bereits früh am Morgen oder besser gesagt mitten in der Nacht beginnen wir den Aufstieg zum Schreckhorn. Von der Hütte steigen wir zuerst etwa 20 min ab bis auf den Gletscher. Diesem entlang gelangt man zum berüchtigten Aufstieg auf den Gaag. Im Gleichschritt unseres Bergführers, welcher den schwer zu findenden Einstieg auf Anhieb findet, steigen wir Schritt für Schritt den steilen Weg zum Gaag hinauf. Mir scheint es, dieser steile Hang will nicht enden... Wir sind nicht alleine am Berg: Die Kegel der Stirnlampen vorausgehender Bergsteiger zeigen uns, dass es auch in 10 Minuten noch steil bergauf gehen wird. Genau in unserem Zeitplan erreichen wir den Gaag. Nun heisst es Steigeisen montieren, Pickel zur Hand nehmen und anseilen. Zuerst traversieren wir ein steiles Eisfeld und dann via (noch nicht blanken) Gletscher die sogenannte Geländekammer. Es ist immer noch stockdunkel, ausser den paar Lichtkegeln der Stirnlampen. Etwa um 5.00 Uhr erreichen wir den Einstieg zur Kletterei. Gleichzeitig wie wir, vor, mit, nach unserer ersten Seilschaft (von 4) klettern 3 andere. In Schweizerdeutsch würde man sagen "äs isch es Gschtungg u Gjufu". Die ersten paar Seillängen sind somit etwas mühsam. Langsam aber sicher bricht der Tag an und wir können die Stirnlampen ausschalten. Es liegt eine wunderschöne Felskletterei vor uns. Der Fels ist sehr kompakt, ausreichend mit Bohrhaken versehen und, wo nötig, hat es eine zusätzliche Absicherung durch einen Freund von Tinu. Es ist eine kombinierte Kletterei von "Sportkletter"-Seillängen und Gehen am kurzen Seil.

Um 9.15 Uhr stehen wir alle auf dem Gipfel. (Die Gipfelfotos mit Aussicht erhielten wir nachträglich von Tinu, welcher mit einem Gast ein paar Tage später noch einmal bei deutlich besserem Wetter oben war). Wir stecken in einer dicken Wolke. Man kann fast sagen, dass unsere Tour jetzt beginnt... Auf dem Gipfel rasten wir nicht lange und machen uns gleich wieder an den langen Abstieg. Wir seilen etwa ein dutzend Mal ab, bis wir wieder auf dem Gletscher sind. Erst jetzt werden wir uns der immensen Dimensionen der aufgerissenen Spalten richtig bewusst. In der steilen Eispassage, die es wieder zu traversieren und abzusteigen gilt, setzen wir zur Sicherung einige Eisschrauben. Die versprochene ausführliche Pause auf dem Gaag fällt sehr kurz aus... Es stehen immer noch 4,5 Stunden Abstieg vor uns und die bedrohliche Wetterwand kommt immer näher. Bereits etwas müde heisst es alle Konzentration zu sammeln um den (sehr) steilen Gaag hinunter zu steigen. Via Gletscher und kurzem Gegenaufstieg, kommen wir um 15.45 Uhr in der Schreckhornhütte an, wo wir herzlich empfangen werden. Die erste "längere" Pause seit 2.20 Uhr morgens. Wir löschen unseren Durst und stärken uns für den zu Beginn heiklen Hüttenabstieg. Nach den gefährlichen Passagen wird ein sehr zügiges Gangtempo angeschlagen. Wir sind uns alle einig, dass wir die letzte Bahn auf der Pfingstegg um 19.00 Uhr nicht verpassen wollen!!

Nach 16 Stunden Marsch, 16.5km, 2225 Höhenmeter Aufstieg und 3315 Abstieg sind wir froh, heil in Grindelwald anzukommen. Eine lange, anstrengende aber wunderschöne Tour geht zu Ende. Die Zugfahrt als Abschluss bringt ein angenehmes Schaukeln zum Ausklingen des erfüllten Tages.

 

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